Farbhaft-Lehmfarbe wird als Pulver geliefert und vor dem Streichen mit Wasser angerührt.
Diese Anleitung zeigt dir, wie du Lehmfarbe anrührst, aufträgst und trocknen lässt.
Für ein gutes Ergebnis sind vor allem drei Dinge wichtig: ein geeigneter Untergrund, das richtige Mischverhältnis und ein sauberer Auftrag in meist drei Anstrichen.
1 Teil Lehmfarbe zu
2 Teile Wasser
nach Gewicht
Wasser abwiegen, Farbpulver nach und nach einrühren, 30 Minuten quellen lassen und nochmals gründlich aufrühren.
Die angerührte Lehmfarbe sollte cremig und joghurtartig sein.
Meist sind drei Anstriche sinnvoll. Die endgültige Wirkung zeigt sich erst nach dem Trocknen.
Für das Streichen von Lehmfarbe brauchst du sauberes Werkzeug und einen gut vorbereiteten Arbeitsbereich.
Sinnvoll sind:
Passendes Werkzeug findest du unter Werkzeug & Zubehör.
Der Untergrund sollte fest, trocken, tragfähig, sauber und nicht versiegelt sein. Staub, lose Teile und nicht tragfähige Altanstriche müssen vorher entfernt oder passend vorbereitet werden.
Schütze Boden, Möbel, Sockelleisten, Türrahmen, Fenster und Steckdosenränder vor dem Streichen. Kanten und Übergänge kannst du mit Klebeband abkleben.
Wenn du nicht sicher bist, ob die Wand geeignet ist oder ob eine Grundierung nötig ist, findest du Hinweise unter Geeignete Untergründe.
Für Klebeband, gerade Kanten und Farbübergänge findest du mehr unter Abkleben und Farbkanten.
Miss zuerst das Wasser nach Gewicht ab und gib es in einen sauberen Kübel oder Behälter. Danach wiegst du das Farbpulver ab.
Das Mischverhältnis beträgt:
1 Teil Lehmfarbe : 2 Teile Wasser nach Gewicht
Beispiel:
3 kg Lehmfarbe werden mit 6 kg Wasser angerührt.
Streue das abgewogene Farbpulver während des Rührens nach und nach ins Wasser ein. Danach die Farbe 30 Minuten quellen lassen und anschließend nochmals gründlich aufrühren.
Wenn Wasser und Farbpulver genau abgewogen wurden, passt die Konsistenz nach der Quellzeit und dem erneuten Aufrühren in der Regel gut. Die Lehmfarbe sollte cremig und joghurtartig sein.
Beginne mit Ecken, Kanten, Steckdosen, Tür- und Fensteranschlüssen, Lampenbereichen und Sockelleisten.
Trage die Lehmfarbe dort abschnittsweise mit dem Pinsel auf. Rolle den Bereich direkt danach mit der kleinen Heizkörperwalze nach, bevor die Farbe antrocknet.
Größere Flächen streichst du mit einer großen, aufnahmefähigen Farbrolle. Nimm genug Farbe auf, verstreiche sie gleichmäßig und arbeite nicht zu weit mit einer fast leeren Rolle.
Mehr Hinweise zu Rolle, Malerquast, Oberfläche, Tupfen und typischen Praxisfehlern findest du unter Verarbeitungstipps für Lehmfarbe.
Vor dem nächsten Anstrich sollte die Oberfläche ausreichend trocken sein. Der zweite Anstrich kann leicht diagonal erfolgen. Der dritte Anstrich kann wieder gerade bzw. normal aufgetragen werden.
Mit jedem Anstrich kommt mehr Lehmfarbe auf die Wand. Die Deckkraft nimmt zu, der Farbton wirkt nach dem Trocknen voller und es entsteht ein guter Materialaufbau.
Auch beim zweiten und dritten Anstrich gilt: satt auftragen, gleichmäßig verstreichen und nicht zu oft über frisch angefeuchtete Stellen rollen.
Hinweise zu Verbrauch, Anstrichzahl und Ergiebigkeit findest du unter Preise & Ergiebigkeit.
Lehmfarbe trocknet durch Verdunstung. Gute Belüftung unterstützt die Trocknung.
Regelmäßiges Stoßlüften hilft, die feuchte Luft im Raum auszutauschen. Öffne dafür Fenster und Türen für etwa 5 Minuten weit.
Im feuchten Zustand wirkt der Farbton meist dunkler und durchsichtiger. Beurteile Farbton, Deckkraft und Oberfläche erst nach dem Trocknen.
Wenn der Untergrund frisch noch durchscheint, warte zuerst die Trocknung ab. Erst danach lässt sich einschätzen, ob ein weiterer Anstrich nötig ist.
Angerührte Lehmfarbe bleibt etwa 3 Tage gut verarbeitbar.
Wenn sich nach 1–2 Tagen oben Wasser absetzt, gieße diesen Wasserfilm vor dem erneuten Aufrühren ab. Danach die Farbe wieder gründlich aufrühren.
Wenn die Farbe länger steht, kann ein strenger Geruch entstehen. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Farbe unbrauchbar ist. Der Geruch kann beim Verarbeiten störend sein, verschwindet nach dem Trocknen auf der Wand aber wieder.
Für längere Aufbewahrung kann angerührte Lehmfarbe eingefroren werden. Vor dem Weiterverarbeiten vollständig auftauen lassen und nochmals gründlich aufrühren.
Werkzeug, Zubehör und Kleidung können mit klarem Wasser gereinigt werden. Zusätzliche Reinigungsmittel sind in der Regel nicht nötig.
Auch eingetrocknete Lehmfarbe lässt sich meist wieder gut auswaschen.
Lass Werkzeug nicht lange im Wasser oder in angerührter Lehmfarbe stehen. Metallteile können rosten. Dadurch kann Rost in die Farbe gelangen und den Farbton verfärben, besonders bei hellen Farbtönen wie Marmorweiß.
Vermeide vor allem:
Für Rolle, Malerquast, Oberfläche, Tupfen, Ausbesserungen, Spritzauftrag und typische Praxisfehler.
Für Klebeband, gerade Kanten, Anschlüsse und Farbübergänge zwischen zwei Farbtönen.
Für passende Werkzeuge und Zubehör zum Streichen von Lehmfarbe.