Hier findest du kurze Antworten auf häufige Fragen zu Lehmfarbe, Untergründen, Verarbeitung, Farbtönen, Mustern und Menge.
Wenn du ein Thema genauer prüfen möchtest, findest du nach jedem Abschnitt passende weiterführende Seiten.
Material, Wirkung, Vorteile und Grenzen.
Dispersionsfarbe, Lehmputz, Feuchtigkeit und Grundierung.
Anrühren, Streichen, Trocknen und Werkzeug.
Farbwirkung, Muster, Verbrauch und Kosten.
Lehmfarbe ist eine Wandfarbe auf Basis von Lehm, Ton und mineralischen Bestandteilen. Sie wird als Pulver geliefert, vor dem Streichen mit Wasser angerührt und in trockenen Innenräumen verwendet.
Die Oberfläche wird matt, mineralisch und nicht glänzend. Dadurch wirkt die Wand ruhiger und materialnäher als bei vielen glatten, stark geschlossenen Wandfarben.
Lehmfarbe wird vor allem wegen ihrer matten, ruhigen und mineralischen Oberfläche gewählt. Sie ist diffusionsoffen, wirkt nicht glänzend und bleibt als Material an der Wand sichtbar.
Ein weiterer Vorteil ist die Pulverform. Die Farbe wird trocken geliefert und erst vor dem Streichen mit Wasser angerührt. Dadurch braucht sie in trockener Form keine Konservierungsstoffe wie viele fertig angerührte flüssige Wandfarben.
Lehmfarbe ist nicht wasserfest und nicht für dauerhaft feuchte Bereiche oder direkte Spritzwasserflächen gedacht. Sie ist auch nicht scheuerbeständig wie manche robuste Dispersionsfarben.
Wichtig ist außerdem ein geeigneter Untergrund. Die Fläche muss fest, sauber, trocken, tragfähig und nicht versiegelt sein.
Beim Anrühren und Streichen hat Lehmfarbe einen natürlichen, erdigen Materialgeruch. Viele empfinden diesen Geruch als angenehm, weil er zum Rohstoffcharakter der Farbe passt.
Nach der Trocknung ist die Farbe geruchsneutral.
Lehmfarbe wird oft gesucht, wenn eine natürliche oder mineralische Wandfarbe gewünscht ist. Farbhaft-Lehmfarben sind pulverförmig, diffusionsoffen und bilden keine stark geschlossene Kunststoffschicht.
Eine Gesundheitswirkung sollte daraus aber nicht versprochen werden. Wichtig bleiben ein geeigneter Untergrund, trockene Innenräume, regelmäßige Lüftung und eine fachlich saubere Verarbeitung.
Lehmfarbe hält auf vielen Untergründen, wenn die Oberfläche geeignet ist. Wichtig ist nicht nur das Material, sondern der Zustand der Fläche.
Der Untergrund soll fest, trocken, sauber, tragfähig und nicht versiegelt sein. Mineralische Putze, Lehmputz, Kalkputz, Gipsputz, Gipskarton, Raufaser und tragfähige Altanstriche können je nach Zustand geeignet sein.
Ja, das kann möglich sein. Entscheidend ist, ob die alte Dispersionsfarbe fest haftet, sauber, trocken, tragfähig und nicht stark abweisend ist.
Wenn der Altanstrich kreidet, abblättert, sich löst oder stark abweisend wirkt, sollte die Fläche zuerst geprüft und vorbereitet werden. Glanz allein ist kein Ausschlusskriterium. Wichtig ist, dass der Anstrich fest haftet, sauber, trocken und tragfähig ist.
In vielen Fällen kann eine trockene, tragfähige Lehmfarbenfläche später mit einer anderen Wandfarbe überstrichen werden. Dadurch verändert sich aber die Oberfläche.
Wenn Dispersionsfarbe darüber gestrichen wird, wirkt die Wand danach nicht mehr wie eine offene, mineralische Lehmfarbenoberfläche. Die neue Farbe bestimmt dann die spätere Oberfläche.
Ja, Lehmputz, Gipsputz und Kalkputz können geeignete Untergründe sein, wenn sie fest, trocken, sauber und tragfähig sind.
Lehmputz ist passend, aber nicht zwingend erforderlich. Auch andere geeignete Untergründe können mit Lehmfarbe gestrichen werden.
Lehmfarbe ist nicht wasserfest. Sie ist für trockene Innenräume gedacht und nicht für direkte Spritzwasserbereiche, Duschen oder dauerhaft feuchte Flächen geeignet.
In einem Bad kann sie nur dort sinnvoll sein, wo die Fläche trocken bleibt, gut gelüftet wird und nicht regelmäßig mit Wasser belastet ist.
Lehmfarbe ersetzt keine Sanierung bei Feuchtigkeitsschäden oder Schimmelproblemen. Wenn Schimmel vorhanden ist, muss die Ursache zuerst geklärt und behoben werden.
Lehmfarbe ist diffusionsoffen, aber sie ist keine Lösung für dauerhaft feuchte Wände, falsche Lüftung oder bauliche Feuchteprobleme.
Oft ist keine eigene Grundierung nötig, wenn der Untergrund fest, sauber, trocken, tragfähig und nicht versiegelt ist.
Bei stark saugenden, sandenden, kreidenden oder unklaren Untergründen sollte die Fläche zuerst geprüft werden. Eine kleine Testfläche hilft, Haftung, Saugverhalten und Oberfläche einzuschätzen.
Nein. Lehmfarbe lässt sich grundsätzlich ähnlich wie andere Wandfarben streichen. Wichtig ist, dass sie richtig angerührt wird und die Oberfläche zwischen den Anstrichen trocknen kann.
Da Farbhaft-Lehmfarbe als Pulver geliefert wird, kommt vor dem Streichen ein zusätzlicher Schritt dazu: das Anrühren mit Wasser.
Lehmfarbe wird nach Gewicht im Verhältnis 1 Teil Lehmfarbe : 2 Teile Wasser angerührt.
Zuerst kommt das Wasser in den sauberen Kübel. Danach wird das Lehmpulver nach und nach eingerührt. Die Farbe soll etwa 30 Minuten quellen und danach nochmals gründlich aufgerührt werden. Die Konsistenz soll joghurtartig sein.
Meist sind drei Anstriche sinnvoll. Mit jedem Anstrich kommt mehr Material auf die Wand, die Deckkraft nimmt zu und der Farbton wirkt nach dem Trocknen voller.
Zwischen den Anstrichen soll die Oberfläche trocknen. Die endgültige Farbwirkung wird erst nach der Trocknung beurteilt.
Lehmfarbe kann mit der Farbrolle aufgetragen werden. Das ist für größere Flächen meist die einfachste und gleichmäßigste Arbeitsweise.
Ein Spritzauftrag kann möglich sein, aber nicht jedes Gerät kommt mit der gröberen mineralischen Farbe gut zurecht. Deshalb sollte der Spritzauftrag vorher getestet werden.
Für größere Flächen eignet sich eine große, aufnahmefähige Farbrolle. Wichtig ist, genug Material aufzunehmen und die Farbe ruhig und gleichmäßig zu verstreichen.
Mit einer fast leeren Rolle entstehen leichter Ansätze oder unruhige Stellen.
Die Trocknungszeit hängt von Untergrund, Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Lüftung ab. Weitergearbeitet wird erst, wenn die Oberfläche trocken ist.
Während der Trocknung wird der Farbton meist heller. Die endgültige Wirkung sollte erst nach vollständiger Trocknung beurteilt werden.
Ja. Lehmfarbe wirkt im nassen Zustand dunkler. Beim Trocknen hellt die Fläche sichtbar auf.
Deshalb sollte der Farbton nicht während des Streichens beurteilt werden, sondern erst nach der vollständigen Trocknung.
Lehmfarbe wirkt matt, mineralisch und nicht glänzend. Die Oberfläche kann je nach Licht, Raum, Untergrund und Auftrag leicht unterschiedlich erscheinen.
Sie wirkt meist ruhiger und materialnäher als viele sehr glatte, geschlossene Wandfarben.
Der Farbkatalog hilft bei der ersten Orientierung. Er zeigt die Farbtöne als reale Farbflächen und ist sinnvoll, wenn du die Farbwirkung grundsätzlich vergleichen möchtest.
Ein Farbmuster ist besser, wenn du den Farbton im eigenen Raum, bei deinem Licht und auf deinem Untergrund prüfen möchtest.
Als Richtwert gilt etwa 0,5 kg Lehmfarbe pro m² bei meist drei Anstrichen.
Das bedeutet: 1 kg reicht ungefähr für 2 m². Der tatsächliche Verbrauch kann je nach Untergrund, Saugverhalten und Auftrag abweichen.
Die Kosten hängen von Farbton, Gebindegröße und benötigter Menge ab. Als Orientierung liegen Farbhaft-Lehmfarben bei größeren Gebinden ungefähr bei wenigen Euro pro Quadratmeter.
Genauer lässt sich das über Verbrauch, Gebindegröße und Preisgruppe einschätzen.
Ja. Lehmfarbe kann mit passenden Pigmenten zusätzlich abgetönt werden. Als Orientierung sind bis zu 9 % Pigmentzugabe möglich.
Am einfachsten lässt sich Marmorweiß pigmentieren, weil der helle Grundton die Pigmentwirkung am klarsten zeigt. Bei anderen Farbtönen verändert das Pigment den bestehenden Farbton zusätzlich.
Pigmente sind nicht Teil des regulären Farbhaft-Angebots. Für die Berechnung der Pigmentmenge gibt es einen eigenen Pigmentrechner.